Wechseljahre-Wegweiser

Wechseljahre

Wechseljahre: Phasen, Alter, Dauer und was im Körper passiert

Kurz gesagt

Die Wechseljahre sind die Jahre, in denen die Eierstöcke ihre Hormonbildung nach und nach einstellen. Sie beginnen meist Mitte 40, die letzte Periode kommt im Mittel mit 51 Jahren.⁠[1]⁠[2] Häufige Hitzewallungen halten im Mittel 7,4 Jahre an.⁠[3] Die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt und keine Krankheit.⁠[1]

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind die Übergangszeit zwischen den fruchtbaren Jahren und der Zeit danach. Die Eierstöcke bilden ab etwa Mitte 40 allmählich weniger Östrogen, die Blutungen werden unregelmäßig und bleiben schließlich ganz aus.⁠[1] Fachleute sprechen auch vom Klimakterium.

Der Grund liegt in den Eierstöcken selbst. Jeden Monat reift dort ein Eibläschen heran, das Hormone bildet. Mit den Jahren werden die Eibläschen weniger, Eisprünge bleiben häufiger aus, und die Hormonbildung geht zurück. Hören die Eierstöcke ganz auf, Eizellen freizugeben, kommt die letzte Periode, die Menopause.⁠[1]

Die Wechseljahre sind keine Krankheit, sondern eine normale Phase im Leben. Frauen erleben sie sehr unterschiedlich: Manche merken kaum etwas, andere haben Hitzewallungen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen. Nur wenige Frauen haben über längere Zeit starke Beschwerden.⁠[1]

Welche Phasen der Wechseljahre gibt es?

Meist unterscheidet man 4 Phasen: Prämenopause, Perimenopause, Menopause und Postmenopause. Die Menopause ist dabei kein Zeitraum, sondern ein Zeitpunkt, die letzte Periode.⁠[4]

Genauer ist die internationale Einteilung STRAW+10. Sie ordnet jeder Phase eine Stufe zu und beschreibt, woran man sie am Zyklus und an den Hormonwerten erkennt.⁠[4] Der Entwurf der neuen deutschen Leitlinie nutzt dieselben Grenzen: Zyklen, die um 7 Tage oder mehr schwanken, weisen auf den Beginn der Perimenopause hin, Pausen von mehr als 60 Tagen auf ihre späte Phase.⁠[5]

PhaseZyklus und HormoneDauer
Späte fruchtbare JahreStufe -3b und -3aDer Zyklus ist regelmäßig, gegen Ende werden die Zyklen etwas kürzer. Das Anti-Müller-Hormon (AMH) und die Zahl der Eibläschen sind schon niedrig, das FSH beginnt zu schwanken.⁠[4]von Frau zu Frau verschieden
Frühe PerimenopauseStufe -2Aufeinanderfolgende Zyklen weichen um 7 Tage oder mehr voneinander ab, und das wiederholt sich innerhalb von 10 Zyklen. FSH ist erhöht, schwankt aber.⁠[4]Beginn im Mittel mit 47 Jahren⁠[5]
Späte PerimenopauseStufe -1Zum ersten Mal kommt 60 Tage oder länger keine Periode. FSH liegt bei einer Blutabnahme meist über 25 IE/l. Hitzewallungen werden wahrscheinlich.⁠[4]1 bis 3 Jahre, Beginn im Mittel mit 49 Jahren⁠[4]⁠[5]
MenopauseStufe 0Die letzte Periode. Sie steht fest, wenn 12 Monate lang keine Blutung mehr kam.⁠[4]ein Zeitpunkt, im Schnitt mit 51 Jahren⁠[1]
Frühe PostmenopauseStufe +1a und +1bFSH steigt weiter, Östradiol sinkt weiter, bis etwa 2 Jahre nach der letzten Periode. In dieser Zeit sind Hitzewallungen am wahrscheinlichsten.⁠[4]2 Jahre (je 1 Jahr)⁠[4]
Frühe PostmenopauseStufe +1cFSH bleibt hoch, Östradiol bleibt niedrig, beide Werte pendeln sich ein.⁠[4]3 bis 6 Jahre⁠[4]
Späte PostmenopauseStufe +2Die Hormone ändern sich kaum noch. Scheidentrockenheit und Beschwerden an Scheide und Blase werden häufiger.⁠[4]die übrigen Lebensjahre
Einteilung nach STRAW+10. FSH ist das follikelstimulierende Hormon, AMH das Anti-Müller-Hormon. Jedes Labor hat eigene Referenzbereiche, die Werte dienen nur der Einordnung.

Ab wann kommen die Wechseljahre?

Meist ab Mitte 40. In einer großen US-⁠Langzeitstudie mit 2.570 Frauen begann die Perimenopause im Mittel mit 47,5 Jahren, die letzte Periode kam mit 51,3 Jahren.⁠[2] Laut gesund.bund.de liegt die Menopause im Durchschnitt bei 51 Jahren.⁠[1]

Manches spricht dafür, dass der Zeitpunkt zum Teil erblich ist: Mütter und Töchter kommen oft in einem ähnlichen Alter in die Menopause.⁠[1] Der stärkste bekannte Einfluss, den Sie selbst in der Hand haben, ist das Rauchen. Raucherinnen kamen in der US-⁠Studie im Mittel 1,8 Jahre früher in die Menopause.⁠[2] In einer Auswertung von 17 Studien mit über 200.000 Frauen hatten sie etwa doppelt so oft eine Menopause vor 40.⁠[6]

In derselben Auswertung kamen 1,9 % der Frauen vor dem 40. Geburtstag in die Menopause und 7,3 % zwischen 40 und 44.⁠[6] Vor 40 sprechen Fachleute von einer vorzeitigen Menopause.⁠[1] Das sollte frauenärztlich abgeklärt werden.⁠[7] Mit welchem Alter Sie selbst rechnen können, zeigt unser Menopause-Rechner.

Was sind die ersten Anzeichen der Wechseljahre?

Das erste Zeichen ist meist eine veränderte Periode: Sie kommt häufiger oder seltener, die Blutung wird stärker oder schwächer.⁠[8] Ab 45 Jahren reicht laut deutscher Leitlinie ein unregelmäßiger Zyklus, eventuell mit Hitzewallungen, um die Perimenopause festzustellen.⁠[7]

Überraschend für viele: Am Anfang kann der Östrogenspiegel sogar höher sein als früher. Weil das Gehirn die Eierstöcke stärker anregt, reifen oft mehrere Eibläschen gleichzeitig heran. Das kann zu Brustspannen, Wassereinlagerungen und stärkeren, längeren Blutungen führen. Die ersten Hitzewallungen kommen oft rund um die Periode.⁠[5]

Weitere häufige Anzeichen sind:

Eine Übersicht aller Beschwerden nach Phase finden Sie unter Wechseljahre-Symptome. Wie stark Ihre Beschwerden sind, zeigt der Wechseljahre-Test.

Was passiert im Körper in den Wechseljahren?

Die Eierstöcke bilden weniger Hormone, und das Gehirn versucht, sie mit mehr FSH anzutreiben. Das Ergebnis sind zuerst stark schwankende, später dauerhaft niedrige Östradiolwerte.⁠[5]⁠[4] Der sinkende Östradiolspiegel gilt als Hauptursache der typischen Beschwerden.⁠[7]

HormonWas sich in den Wechseljahren ändert
Östradiol
wichtigstes Östrogen
Schwankt in der Perimenopause stark und ist zeitweise sogar erhöht.⁠[5] Bis etwa 2 Jahre nach der letzten Periode sinkt es weiter, danach bleibt es stabil niedrig.⁠[4]
Progesteron
Gelbkörperhormon
Wird nur nach einem Eisprung gebildet. Im letzten Jahr vor der letzten Periode kommt es nur noch in etwa 5 % der Zyklen zum Eisprung, also wird weniger Progesteron gebildet. Nach der Menopause bleibt es dauerhaft niedrig.⁠[5]
FSH
follikelstimulierendes Hormon
Steigt schon früh an, zuerst in der ersten Zykluswoche. In der späten Perimenopause liegt es meist über 25 IE/l, nach der Menopause bleibt es hoch.⁠[5]⁠[4]
AMH (Anti-Müller-Hormon)Zeigt die Zahl der verbliebenen Eibläschen und ist schon vor den ersten Zyklusveränderungen niedrig.⁠[4] Sehr niedrige Werte sprechen laut Leitlinien-Entwurf für eine bald bevorstehende Menopause.⁠[9]
TestosteronSinkt mit dem Alter, vor allem in den jüngeren Jahren. Die natürliche Menopause selbst änderte den Wert in einer Studie mit 1.423 Frauen nicht.⁠[10]

Die Hormonumstellung wirkt sich auch auf andere Bereiche des Körpers aus:

Wie lange dauern die Wechseljahre?

Von den ersten unregelmäßigen Zyklen bis zur letzten Periode vergehen im Schnitt knapp 4 Jahre.⁠[2] Danach folgt die frühe Postmenopause mit 5 bis 8 Jahren, in denen sich die Hormone einpendeln.⁠[4] Zusammen ergibt das rund 9 bis 12 Jahre.

Für die Beschwerden gilt eine eigene Rechnung. In der US-⁠Studie SWAN hatten 1.449 Frauen häufige Hitzewallungen. Diese hielten insgesamt im Mittel 7,4 Jahre an, davon 4,5 Jahre nach der letzten Periode.⁠[3] Laut gesund.bund.de verschwinden sie ohne Behandlung meist nach etwa 4 bis 5 Jahren von selbst, bei wenigen Frauen dauern sie länger.⁠[1]

ZeitraumDauer im Schnitt
Erste unregelmäßige Zyklen bis zur letzten Periodeknapp 4 Jahre⁠[2]
Späte Perimenopause (Pausen von 60 Tagen und mehr)1 bis 3 Jahre⁠[4]
Frühe Postmenopause, bis sich die Hormone eingependelt haben5 bis 8 Jahre⁠[4]
Häufige Hitzewallungen, insgesamt7,4 Jahre⁠[3]
Häufige Hitzewallungen nach der letzten Periode4,5 Jahre⁠[3]
Hitzewallungen, die schon vor oder früh in der Perimenopause begannenmehr als 11,8 Jahre⁠[3]
Hitzewallungen, die erst nach der letzten Periode begannen3,4 Jahre⁠[3]
Eine einzelne Hitzewallungrund 3 Minuten⁠[1]
Die Werte zu den Hitzewallungen aus der Studie SWAN sind Mediane: Bei der Hälfte der Frauen dauerten sie kürzer, bei der Hälfte länger.

Wann ist die schlimmste Phase der Wechseljahre?

Für Hitzewallungen sind es die späte Perimenopause und die ersten 2 Jahre nach der letzten Periode. In dieser Zeit schwanken die Hormone am stärksten, und Hitzewallungen sind am wahrscheinlichsten.⁠[4]

Auch gedrückte Stimmung und Ängstlichkeit nehmen gegen Ende der Perimenopause zu, wenn die Pausen zwischen den Blutungen länger werden.⁠[14] Wie stark das ist, ist sehr verschieden. Hitzewallungen haben die meisten Frauen, mittelstark bis stark belasten sie etwa jede dritte.⁠[14] Laut Leitlinie hängen Häufigkeit und Dauer der Beschwerden auch vom Gesundheitszustand und von den Lebensumständen ab.⁠[7]

Wann sind die Wechseljahre vorbei?

Ein festes Ende gibt es nicht. Hormonell haben sich die Werte etwa 5 bis 8 Jahre nach der letzten Periode eingependelt, dann beginnt die späte Postmenopause.⁠[4]

Woran Sie merken, dass die Wechseljahre vorbei sind:

Eine Ausnahme ist die Scheide: Trockenheit und Beschwerden beim Wasserlassen werden nach der Menopause eher häufiger und bessern sich nicht von selbst.⁠[4]⁠[14] Was in dieser Zeit wichtig ist, lesen Sie unter Postmenopause.

Was darf man in den Wechseljahren nicht essen?

Verbotene Lebensmittel gibt es nicht. Ob bestimmte Lebensmittel die Beschwerden verstärken oder lindern, ist laut gesund.bund.de nicht belegt.⁠[1]

Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt scharfes Essen, Koffein, heiße Getränke und Alkohol als mögliche Auslöser von Hitzewallungen. Wer merkt, dass etwas davon die Hitzewallungen auslöst, kann es meiden.⁠[15] Als Behandlung von Hitzewallungen ist das Meiden von Auslösern allerdings nicht belegt.⁠[16]

Wichtiger für die Jahre danach ist eine ausgewogene Ernährung mit calciumreichen Lebensmitteln wie Milch, Joghurt oder Grünkohl, dazu Bewegung mit Kraftübungen, wenig Alkohol und kein Rauchen. Das empfiehlt der NHS zum Schutz der Knochen.⁠[15]

Was hilft in den Wechseljahren?

Gegen Hitzewallungen hilft eine Hormontherapie am besten, darin sind sich die deutsche Leitlinie und die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft einig.⁠[7]⁠[16] Ob sie für Sie passt, entscheiden Sie zusammen mit Ihrem Frauenarzt. Daneben gibt es Wege ohne Hormone, mit sehr unterschiedlicher Studienlage.

WasWas die Studienlage sagt
HormontherapieWirksamste Behandlung von Hitzewallungen. Laut Entwurf der neuen Leitlinie soll sie Frauen mit Hitzewallungen angeboten werden, wenn nichts dagegen spricht und sie über Nutzen und Risiken aufgeklärt wurden.⁠[9] Mehr unter Hormonersatztherapie.
Kognitive VerhaltenstherapieVon der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft bei Hitzewallungen empfohlen.⁠[16] Laut Leitlinien-Entwurf kann sie bei Schlafstörungen und für die Lebensqualität eingesetzt werden.⁠[9]
Arzneimittel ohne HormoneFezolinetant und Elinzanetant, zwei Arzneimittel ohne Hormone, können laut Leitlinien-Entwurf Frauen nach der Menopause gegen Hitzewallungen angeboten werden.⁠[9]
Yoga und andere meditative BewegungLaut Leitlinien-Entwurf möglich.⁠[9] Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft sieht keinen ausreichenden Beleg gegen Hitzewallungen.⁠[16]
Bewegung und SportGegen Hitzewallungen nicht belegt.⁠[16] Günstig für Herz, Kreislauf und Knochen, außerdem für Kraft und Gewicht.⁠[1]
Gleitgel, lokale ÖstrogeneBei Scheidentrockenheit helfen Gleitmittel und Feuchtigkeitscremes ohne Rezept.⁠[15] Lokale Östrogene sollten laut Leitlinien-Entwurf angeboten werden.⁠[9]
Pflanzliche MittelUneinheitlich, siehe Abschnitt unten.

Wann sollte ich zum Arzt?

Gehen Sie in die frauenärztliche Praxis, wenn die Beschwerden Ihren Alltag deutlich einschränken oder wenn eines dieser Warnzeichen auftritt:

Ob eine Hormontherapie für Sie infrage kommt, wird in der frauenärztlichen Praxis nach Nutzen und Risiken abgewogen.⁠[17]

Welche Rolle spielen pflanzliche Mittel?

Die Studienlage ist uneinheitlich. Laut Entwurf der neuen Leitlinie können Isoflavone (30 bis 126 mg am Tag) und Traubensilberkerze bei Hitzewallungen angeboten werden.⁠[9] Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft empfiehlt pflanzliche Mittel dagegen nicht.⁠[16]

Auswertungen vieler Studien zeigen das Bild: Für Isoflavone aus Soja und Rotklee fand Cochrane in 43 Studien mit 4.364 Frauen keinen schlüssigen Beleg gegen Hitzewallungen.⁠[18] Bei Traubensilberkerze kamen Hitzewallungen in 16 Studien mit 2.027 Frauen nicht seltener vor als mit einem Scheinmittel.⁠[19] gesund.bund.de fasst zusammen: Der Nutzen pflanzlicher Präparate ist bisher nicht belegt.⁠[1] Pflanzenstoffe ersetzen keine Hormone. Einen Überblick über einzelne Pflanzen gibt die Seite Pflanzliche Mittel gegen Wechseljahresbeschwerden.

Für keine Pflanze gibt es in der EU eine zugelassene Gesundheitsangabe für Lebensmittel.⁠[20] Nehmen Sie Medikamente, sprechen Sie pflanzliche Mittel vorher in der Praxis an, denn Wechselwirkungen sind möglich.⁠[7]

Harmony Balance: unser eigenes Präparat

Herausgeber dieses Ratgebers ist die IPD Produktentwicklung und Handel GmbH, die unter der Marke Steiger Naturals das Nahrungsergänzungsmittel Harmony Balance verkauft. Es enthält 10 Pflanzenextrakte, darunter Fenchel, Salbei, Mönchspfeffer und Ashwagandha. Eine Tagesdosis von 3 Kapseln enthält zum Beispiel 450 mg Fenchelsamen-Trockenextrakt und 300 mg Salbei-Blätter-Trockenextrakt. Ein Nahrungsergänzungsmittel ist keine Hormontherapie.

Nicht für Schwangere und Stillende geeignet.

Wie sich Harmony Balance in Zusammensetzung, Menge und Preis von anderen pflanzlichen Präparaten unterscheidet, zeigt unser Test von 6 Wechseljahre-Präparaten.

Häufige Fragen zu den Wechseljahren

Ist Wechseljahre und Menopause das Gleiche?

Nein. Die Wechseljahre, auch Klimakterium genannt, sind die ganze Übergangszeit von den ersten Zyklusveränderungen bis in die Jahre nach der letzten Periode. Die Menopause ist nur ein Zeitpunkt in dieser Zeit: die letzte Periode. Sie steht erst fest, wenn danach 12 Monate lang keine Blutung mehr kam.

Kann man in den Wechseljahren noch schwanger werden?

Ja, bis zur Menopause ist eine Schwangerschaft möglich, auch wenn die Periode unregelmäßig kommt. Ein Hormontest zeigt nicht, wie lange Sie noch verhüten sollten, und eine Hormontherapie gegen Wechseljahresbeschwerden ist keine Verhütung. Klären Sie die Verhütung deshalb in der frauenärztlichen Praxis.

Kann man die Wechseljahre hinauszögern?

Ein Mittel, das die Wechseljahre nachweislich hinauszögert, ist nicht bekannt. Belegt ist ein Einfluss in die andere Richtung: Raucherinnen haben etwa doppelt so oft eine vorzeitige Menopause vor 40. Wer seit mehr als 10 Jahren nicht mehr raucht, hat wieder dasselbe Risiko wie eine Nichtraucherin.

Kann man die Wechseljahre mit einem Bluttest feststellen?

Ab 45 Jahren ist das meist nicht nötig, denn Zyklus und Beschwerden reichen für die Einordnung. In der Perimenopause schwanken die Hormonwerte stark, und laut gesund.bund.de hat ein Hormontest keinen praktischen Nutzen für die Entscheidung über eine Behandlung. Bei Frauen ohne verwertbares Blutungsmuster, etwa nach Entfernung der Gebärmutter, können FSH und AMH laut Entwurf der neuen Leitlinie helfen.

Sind die Wechseljahre eine Krankheit?

Nein. Die Wechseljahre sind eine normale Phase im Leben. Viele Frauen haben Beschwerden, aber nur wenige haben über längere Zeit starke Beschwerden. Wenn Beschwerden den Alltag einschränken, lassen sie sich behandeln, am wirksamsten mit einer Hormontherapie, über die Sie in der frauenärztlichen Praxis entscheiden.

Wie lange dauert eine einzelne Hitzewallung?

Eine Hitzewallung dauert im Schnitt rund 3 Minuten. Häufigkeit, Dauer und Stärke können sich von Tag zu Tag ändern. Über die Jahre gerechnet halten häufige Hitzewallungen im Mittel 7,4 Jahre an.

Nimmt man in den Wechseljahren zu?

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren etwas zu. In der US-⁠Studie SWAN stieg das Gewicht aber nicht schneller als in den Jahren davor. Was sich änderte, war die Zusammensetzung: Ab Beginn der Wechseljahre nahm das Körperfett doppelt so schnell zu, und die Muskelmasse ging zurück.

Quellen

  1. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit mit dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wechseljahre, Stand 03.02.2023. Quelle öffnen
  2. McKinlay SM, Brambilla DJ, Posner JG. The normal menopause transition. Maturitas. 1992;14(2):103‑115. Langzeitstudie mit 2.570 Frauen aus Massachusetts (USA). Quelle öffnen
  3. Avis NE, Crawford SL, Greendale G, Bromberger JT, Everson-Rose SA, Gold EB et al. Duration of menopausal vasomotor symptoms over the menopause transition. JAMA Intern Med. 2015;175(4):531‑539. US-⁠Studie SWAN, Beobachtungsstudie. Quelle öffnen
  4. Harlow SD, Gass M, Hall JE, Lobo R, Maki P, Rebar RW et al. Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop + 10: addressing the unfinished agenda of staging reproductive aging. Menopause. 2012;19(4):387‑395. Einteilung der Phasen nach STRAW+10. Quelle öffnen
  5. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Langfassung 2026, Konsultationsfassung, Kapitel 1. Der Text ist ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
  6. Zhu D, Chung HF, Pandeya N, Dobson AJ, Cade JE, Greenwood DC et al. Relationships between intensity, duration, cumulative dose, and timing of smoking with age at menopause: a pooled analysis of individual data from 17 observational studies. PLoS Med. 2018;15(11):e1002704. Auswertung von 17 Beobachtungsstudien mit 207.231 Frauen. Quelle öffnen
  7. Ortmann O, Beckermann MJ, Inwald EC, Strowitzki T, Windler E, Tempfer C. Peri- and postmenopause: diagnosis and interventions. Interdisciplinary S3 guideline of the association of the scientific medical societies in Germany (AWMF 015/062): short version. Arch Gynecol Obstet. 2020;302(3):763‑777. Englische Kurzfassung der S3-⁠Leitlinie, Fassung 2020. Quelle öffnen
  8. National Health Service (NHS, Großbritannien): Symptoms of menopause and perimenopause, zuletzt geprüft am 19.05.2026. Quelle öffnen
  9. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Kurzfassung 2026, Konsultationsfassung (Stand des Leitlinienreports 25.05.2026). Die Empfehlungen sind ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
  10. Davison SL, Bell R, Donath S, Montalto JG, Davis SR. Androgen levels in adult females: changes with age, menopause, and oophorectomy. J Clin Endocrinol Metab. 2005;90(7):3847‑3853. Querschnittsstudie mit 1.423 Frauen von 18 bis 75 Jahren. Quelle öffnen
  11. Greendale GA, Sowers M, Han W, Huang MH, Finkelstein JS, Crandall CJ et al. Bone mineral density loss in relation to the final menstrual period in a multiethnic cohort: results from the Study of Women’s Health Across the Nation (SWAN). J Bone Miner Res. 2012;27(1):111‑118. Beobachtungsstudie mit 862 Frauen. Quelle öffnen
  12. Greendale GA, Sternfeld B, Huang M, Han W, Karvonen-Gutierrez C, Ruppert K et al. Changes in body composition and weight during the menopause transition. JCI Insight. 2019;4(5):e124865. US-⁠Studie SWAN, Messung der Körperzusammensetzung per Röntgen (DXA). Quelle öffnen
  13. El Khoudary SR, Aggarwal B, Beckie TM, Hodis HN, Johnson AE, Langer RD et al. Menopause transition and cardiovascular disease risk: implications for timing of early prevention. A scientific statement from the American Heart Association. Circulation. 2020;142(25):e506-⁠e532. Quelle öffnen
  14. Santoro N. Perimenopause: from research to practice. J Womens Health (Larchmt). 2016;25(4):332‑339. Übersichtsarbeit. Quelle öffnen
  15. National Health Service (NHS, Großbritannien): Menopause and perimenopause, Seite „Things you can do“, zuletzt geprüft am 19.05.2026. Quelle öffnen
  16. The North American Menopause Society (NAMS). The 2023 nonhormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause. 2023;30(6):573‑590. Quelle öffnen
  17. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015‑062, Fassung September 2020, eine Neufassung ist in der Konsultation (Stand Oktober 2026). Quelle öffnen
  18. Lethaby A, Marjoribanks J, Kronenberg F, Roberts H, Eden J, Brown J. Phytoestrogens for menopausal vasomotor symptoms. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(12):CD001395. Quelle öffnen
  19. Leach MJ, Moore V. Black cohosh (Cimicifuga spp.) for menopausal symptoms. Cochrane Database Syst Rev. 2012;(9):CD007244. Quelle öffnen
  20. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Quelle öffnen

Stand: 21. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.