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Hormonbauch: Warum Bauchfett in den Wechseljahren zunimmt

Kurz gesagt

Hormonbauch nennen viele das Bauchfett, das sich in den Wechseljahren ansammelt. Sobald die Zyklen unregelmäßig werden, wächst das Fett in der Bauchregion mehr als 4-⁠mal so schnell wie davor: in einer US-⁠Langzeitstudie um 5,5 % pro Jahr statt um 1,2 %.⁠[1] Nachweislich hilft vor allem Bewegung, am stärksten zusammen mit einer Ernährung mit weniger Kalorien.⁠[2]

Was ist ein Hormonbauch?

Hormonbauch ist kein medizinischer Begriff. Gemeint ist das Fett, das sich in den Wechseljahren vermehrt am Bauch sammelt, während Hüfte und Oberschenkel weniger zulegen.⁠[1]

Am Bauch gibt es zwei Arten von Fett: das Unterhautfett, das man mit den Fingern greifen kann, und das innere Bauchfett, das tiefer im Bauchraum um die Organe liegt. Für die Gesundheit ist vor allem zu viel inneres Bauchfett ungünstig.⁠[3]

Der britische Gesundheitsdienst NHS nennt die Gewichtszunahme in der Perimenopause und Menopause eine häufige Beschwerde. Das zusätzliche Gewicht sammelt sich oft am Bauch und am Oberkörper.⁠[4] Die Wechseljahre selbst sind dabei ein natürlicher Lebensabschnitt und keine Krankheit.⁠[5]

Warum nimmt das Bauchfett in den Wechseljahren zu?

Weil sich mit den Wechseljahren die Fettverteilung ändert. In der US-⁠Studie SWAN begann das innere Bauchfett erst mit den Wechseljahren zu wachsen, dann um 6,2 % pro Jahr.⁠[1]

MesswertVor den WechseljahrenPerimenopauseNach der letzten Periode
Fett in der Bauchregion+1,2 % pro Jahr+5,5 % pro Jahr+0,9 % pro Jahr
Inneres Bauchfettkein Anstieg+6,2 % pro Jahr+1,5 % pro Jahr
Fett an Hüfte und Oberschenkelnkein Anstieg+2,0 % pro Jahr-0,9 % pro Jahr
Taillenumfang+0,55 % pro Jahr+0,96 % pro Jahr+0,55 % pro Jahr
US-⁠Studie SWAN mit 380 Frauen, im Mittel 11,8 Jahre lang begleitet. Das Fett wurde mit einer Röntgenmessung (DXA) bestimmt. Werte für weiße Frauen, bei schwarzen und japanischen Frauen wichen einige Verläufe ab.⁠[1]

Was genau dahintersteckt, ist nicht vollständig geklärt. Nach den Studien kommen mehrere Dinge zusammen:

Nehme ich in den Wechseljahren automatisch zu?

Nicht unbedingt. Das Gewicht steigt in der Lebensmitte bei vielen Frauen langsam an, mit den Wechseljahren aber nicht schneller als davor.⁠[8]

Was sich ändert, ist die Zusammensetzung: Das Fett nimmt schneller zu, die Muskelmasse ab.⁠[8] Deshalb kann der Bauch wachsen, obwohl die Waage fast dasselbe zeigt. Die Internationale Menopause-Gesellschaft fasst es so zusammen: Die Gewichtszunahme an sich lässt sich nicht den Wechseljahren zuschreiben, die Zunahme von Bauchfett dagegen schon.⁠[6] Wie Sie in dieser Zeit abnehmen, lesen Sie in unserem Ratgeber Abnehmen in den Wechseljahren.

Ist Bauchfett gefährlich?

Zu viel inneres Bauchfett erhöht das Risiko für anhaltende Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes.⁠[3] Übergewicht in der Lebensmitte hängt außerdem mit Herz- und Stoffwechselkrankheiten zusammen und kann die Lebensqualität und die Sexualität beeinträchtigen.⁠[6]

Der Body-Mass-Index (BMI) zeigt nicht, wo das Fett sitzt. Deshalb wird oft zusätzlich der Bauchumfang gemessen.⁠[3] Für Frauen gelten diese Grenzwerte:

Bauchumfang bei FrauenRisiko für Stoffwechsel-Komplikationen
80 cm oder wenigernach dieser Einteilung nicht erhöht
über 80 cmerhöht⁠[9]
über 88 cmdeutlich erhöht⁠[9]
Grenzwerte aus dem Bericht einer Expertenrunde der Weltgesundheitsorganisation für Menschen europäischer Herkunft. Sie beruhen auf einer Studie aus den Niederlanden, die WHO nennt sie ein Beispiel. Die Internationale Diabetes-Föderation setzt für Frauen europäischer Herkunft ebenfalls 80 cm an.⁠[9]

Wie messe ich meinen Bauchumfang richtig?

Mit einem Maßband in der Mitte zwischen unterster Rippe und Beckenknochen, am Ende eines normalen Ausatmens. So beschreibt es die Expertenrunde der WHO:⁠[9]

  1. Aufrecht hinstellen: Stellen Sie sich entspannt hin, die Füße nah beieinander, die Arme hängen locker, das Gewicht ist auf beide Beine verteilt. Messen Sie möglichst ohne Kleidung am Bauch.
  2. Messstelle finden: Ertasten Sie seitlich die unterste Rippe und die Oberkante des Beckenknochens. Gemessen wird genau in der Mitte dazwischen.
  3. Maßband anlegen: Legen Sie ein festes Maßband waagerecht um den Bauch. Es liegt eng an, schnürt aber nicht ein.
  4. Beim Ausatmen ablesen: Atmen Sie ein paar Mal normal ein und aus und lesen Sie am Ende eines normalen Ausatmens ab. Den Bauch dabei nicht einziehen.
  5. Zweimal messen: Messen Sie zweimal. Liegen beide Werte höchstens 1 cm auseinander, nehmen Sie den Mittelwert. Sonst messen Sie beide Male neu.

Messen Sie am besten immer zur gleichen Tageszeit, etwa morgens vor dem Frühstück. Der Bauchumfang ist ein grobes Maß: Veränderungen der Fettverteilung zeigt er weniger genau als eine Messung im Röntgengerät.⁠[1] Für die eigene Verlaufskontrolle reicht er aber gut aus.

Was hilft gegen den Hormonbauch?

Am besten belegt ist Bewegung, und je mehr, desto mehr Fett geht verloren.⁠[10]⁠[11] Zusammen mit einer Ernährung mit weniger Kalorien wirkt sie am stärksten.⁠[2]

Was untersucht wurdeWer teilnahmErgebnis
Ausdauerbewegung, meist zügiges Gehen, im Schnitt 176 Minuten pro Woche173 Frauen nach der Menopause mit Übergewicht, 12 Monate1,4 kg weniger Gewicht, 1 Prozentpunkt weniger Körperfett und weniger Bauchfett unter der Haut als mit Dehnübungen. Je mehr Bewegung, desto mehr Fettverlust.⁠[10]
Ausdauersport: 300 statt 150 Minuten pro Woche400 Frauen nach der Menopause, 12 MonateMit 300 Minuten ging das Körperfett um 1 Prozentpunkt stärker zurück, ebenso das Bauchfett unter der Haut. Beim inneren Bauchfett gab es keinen Unterschied.⁠[11]
Weniger Kalorien, mehr Bewegung oder beides439 Frauen nach der Menopause mit Übergewicht, 12 MonateGewicht minus 10,8 % mit beidem, minus 8,5 % mit weniger Kalorien, minus 2,4 % mit Bewegung allein. Auch Taillenumfang und Körperfett gingen zurück.⁠[2]
Nur Bauchübungen wie Sit-⁠ups24 junge Erwachsene (18 bis 40 Jahre), 6 WochenKräftigere Bauchmuskeln, aber kein Unterschied bei Bauchfett und Bauchumfang.⁠[12]
Alle Studien mit zufällig eingeteilter Vergleichsgruppe. Die Studie zu Bauchübungen war klein und lief mit jüngeren Erwachsenen.

Daraus ergibt sich ein einfacher Plan:

Hilft eine Hormontherapie gegen den Hormonbauch?

Möglicherweise etwas, als Behandlung gegen Bauchfett ist sie aber nicht ausreichend untersucht. Eine Übersicht der Internationalen Menopause-Gesellschaft fand Hinweise, dass eine Östrogentherapie die Zunahme von Bauchfett in den Wechseljahren teilweise verhindern kann. Für klare Empfehlungen fehlen laut der Übersicht weitere Studien.⁠[6]

Die deutsche Leitlinie empfiehlt eine Hormontherapie, wenn mittelstarke bis starke Wechseljahresbeschwerden die Lebensqualität einschränken.⁠[16] Ob sie für Sie infrage kommt, wird in der frauenärztlichen Praxis nach Nutzen und Risiken abgewogen.⁠[17] Mehr dazu im Ratgeber Hormonersatztherapie oder pflanzlich?

Was steckt hinter einem „Bauch wie schwanger“?

Oft zusätzliches Bauchfett, das in den Wechseljahren über Jahre langsam zunimmt.⁠[1] Fühlt sich der Bauch dagegen häufig aufgebläht oder geschwollen an, sollten Sie genauer hinschauen.

Der NHS nennt einen geschwollenen oder aufgeblähten Bauch an etwa 12 oder mehr Tagen im Monat als mögliches Zeichen für Eierstockkrebs. Das gilt vor allem zusammen mit Schmerzen im Unterbauch, wenig Appetit, schnellem Sättigungsgefühl oder häufigem Wasserlassen.⁠[18] Meist steckt etwas Harmloses dahinter, abklären lassen sollten Sie es trotzdem.

Wann sollte ich zum Arzt?

Gehen Sie in die hausärztliche oder frauenärztliche Praxis, wenn eines davon zutrifft:

Häufige Fragen zum Hormonbauch

Ist ein Hormonbauch normal?

Er ist häufig. In der US-⁠Langzeitstudie SWAN wuchs das Fett in der Bauchregion mit Beginn der Wechseljahre mehr als 4-⁠mal so schnell wie davor, und der britische Gesundheitsdienst NHS nennt die Gewichtszunahme am Bauch als häufige Begleiterscheinung. Häufig heißt aber nicht harmlos: Ab einem Bauchumfang von über 88 cm ist das Risiko für Stoffwechselkrankheiten deutlich erhöht.

Geht der Hormonbauch nach den Wechseljahren wieder weg?

Von allein meist nicht. In der SWAN-Studie wuchs das Bauchfett nach der letzten Periode langsamer, aber es nahm weiter zu, das innere Bauchfett um rund 1,5 % pro Jahr. Abbauen lässt es sich vor allem mit Bewegung und einer Ernährung mit weniger Kalorien.

Helfen Bauchübungen gegen den Hormonbauch?

Allein nicht. In einer kleinen Studie machten Erwachsene 6 Wochen lang an 5 Tagen pro Woche Bauchübungen: Die Bauchmuskeln wurden kräftiger, Bauchfett und Bauchumfang blieben gleich. Bei Frauen nach der Menopause verringerte dagegen Ausdauerbewegung wie zügiges Gehen das Körperfett und das Bauchfett unter der Haut.

Helfen Kapseln, Tees oder Pulver gegen den Hormonbauch?

Laut Verbraucherzentrale gibt es keine Wundermittel: Wer dauerhaft abnehmen will, muss Ess- und Lebensgewohnheiten ändern. Versprechen wie 4 kg pro Woche sind unrealistisch und gesetzlich verboten. Online bestellte Schlankheitsmittel enthalten laut Verbraucherzentrale außerdem oft nicht deklarierte, gesundheitsschädliche Stoffe.

Hat Stress etwas mit dem Hormonbauch zu tun?

Stress und Schlafmangel können eine Gewichtszunahme begünstigen, schreibt gesund.bund.de. In einer großen Beobachtungsstudie nahmen Frauen, die 5 Stunden oder weniger schliefen, in 16 Jahren 1,14 kg mehr zu als Frauen mit 7 Stunden Schlaf. Ruhige Abende und feste Schlafzeiten sind deshalb ein sinnvoller Teil jedes Plans gegen Bauchfett.

Ab welchem Bauchumfang ist Bauchfett ungesund?

Bei Frauen europäischer Herkunft gilt ein Bauchumfang über 80 cm als erhöhtes und über 88 cm als deutlich erhöhtes Risiko für Stoffwechsel-Komplikationen. Diese Grenzwerte stehen in einem Bericht der Weltgesundheitsorganisation. Gemessen wird in der Mitte zwischen unterster Rippe und Beckenknochen.

Nimmt man in den Wechseljahren automatisch zu?

Nicht unbedingt. In der SWAN-Studie stieg das Gewicht mit den Wechseljahren nicht schneller als davor. Es veränderte sich aber die Zusammensetzung: Das Fett nahm schneller zu, die Muskelmasse ab. Deshalb kann der Bauch wachsen, obwohl die Waage fast dasselbe zeigt.

Quellen

  1. Greendale GA, Han W, Finkelstein JS, Burnett-Bowie SM, Huang M, Martin D et al. Changes in Regional Fat Distribution and Anthropometric Measures Across the Menopause Transition. J Clin Endocrinol Metab. 2021;106(9):2520‑2534. US-⁠Langzeitstudie SWAN mit 380 Frauen, im Mittel 11,8 Jahre begleitet. Quelle öffnen
  2. Foster-Schubert KE, Alfano CM, Duggan CR, Xiao L, Campbell KL, Kong A et al. Effect of diet and exercise, alone or combined, on weight and body composition in overweight-to-obese postmenopausal women. Obesity (Silver Spring). 2012;20(8):1628‑1638. Studie mit Vergleichsgruppe, 439 Frauen nach der Menopause. Quelle öffnen
  3. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit: Übergewicht, Stand 14.01.2026. Quelle öffnen
  4. National Health Service (NHS, Großbritannien): Symptoms of menopause and perimenopause, zuletzt geprüft am 19.05.2026. Quelle öffnen
  5. NHS: Menopause and perimenopause, Übersichtsseite, zuletzt geändert am 27.05.2026. Quelle öffnen
  6. Davis SR, Castelo-Branco C, Chedraui P, Lumsden MA, Nappi RE, Shah D et al. Understanding weight gain at menopause. Climacteric. 2012;15(5):419‑429. Übersichtsarbeit der Internationalen Menopause-Gesellschaft (IMS). Quelle öffnen
  7. Lovejoy JC, Champagne CM, de Jonge L, Xie H, Smith SR. Increased visceral fat and decreased energy expenditure during the menopausal transition. Int J Obes (Lond). 2008;32(6):949‑958. Beobachtungsstudie mit 156 Frauen über 4 Jahre. Quelle öffnen
  8. Greendale GA, Sternfeld B, Huang M, Han W, Karvonen-Gutierrez C, Ruppert K et al. Changes in body composition and weight during the menopause transition. JCI Insight. 2019;4(5):e124865. US-⁠Langzeitstudie SWAN. Quelle öffnen
  9. Weltgesundheitsorganisation (WHO): Waist circumference and waist-hip ratio. Report of a WHO expert consultation, Genf, 8. bis 11. Dezember 2008, veröffentlicht 2011. Quelle öffnen
  10. Irwin ML, Yasui Y, Ulrich CM, Bowen D, Rudolph RE, Schwartz RS et al. Effect of exercise on total and intra-abdominal body fat in postmenopausal women: a randomized controlled trial. JAMA. 2003;289(3):323‑330. Studie mit Vergleichsgruppe, 173 Frauen nach der Menopause. Quelle öffnen
  11. Friedenreich CM, Neilson HK, O’Reilly R, Duha A, Yasui Y, Morielli AR et al. Effects of a High vs Moderate Volume of Aerobic Exercise on Adiposity Outcomes in Postmenopausal Women: A Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol. 2015;1(6):766‑776. Studie mit 400 Frauen nach der Menopause. Quelle öffnen
  12. Vispute SS, Smith JD, LeCheminant JD, Hurley KS. The effect of abdominal exercise on abdominal fat. J Strength Cond Res. 2011;25(9):2559‑2564. Kleine Studie mit Vergleichsgruppe, 24 Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren. Quelle öffnen
  13. Bull FC, Al-⁠Ansari SS, Biddle S, Borodulin K, Buman MP, Cardon G et al. World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Br J Sports Med. 2020;54(24):1451‑1462. Bewegungsempfehlungen der WHO. Quelle öffnen
  14. Patel SR, Malhotra A, White DP, Gottlieb DJ, Hu FB. Association between reduced sleep and weight gain in women. Am J Epidemiol. 2006;164(10):947‑954. Beobachtungsstudie (Nurses’ Health Study) mit 68.183 Frauen über 16 Jahre. Quelle öffnen
  15. Verbraucherzentrale Bundesverband: Checkliste für seriöse Anbieter von Schlankheitsmitteln, Stand 28.01.2025. Quelle öffnen
  16. Ortmann O, Beckermann MJ, Inwald EC, Strowitzki T, Windler E, Tempfer C. Peri- and postmenopause: diagnosis and interventions. Interdisciplinary S3 guideline of the association of the scientific medical societies in Germany (AWMF 015/062): short version. Arch Gynecol Obstet. 2020;302(3):763‑777. Englische Kurzfassung der S3-⁠Leitlinie, Fassung 2020. Quelle öffnen
  17. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015‑062, Fassung September 2020, eine Neufassung ist in der Konsultation (Stand Oktober 2026). Quelle öffnen
  18. NHS: Symptoms of ovarian cancer (Eierstockkrebs), zuletzt geprüft am 17.11.2025. Quelle öffnen
  19. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Stand 23.02.2026. Quelle öffnen

Stand: 21. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.