Wechseljahre
Hormonersatztherapie oder pflanzlich? Nutzen, Risiken, Alternativen
Kurz gesagt
Eine Hormonersatztherapie gibt dem Körper Östrogen, bei erhaltener Gebärmutter mit einem Gestagen.[1] Sie ist die wirksamste Behandlung von Hitzewallungen.[2] Zugleich steigt das Brustkrebsrisiko: 5 Jahre Östrogen mit täglichem Gestagen ab 50 führen bei etwa 1 von 50 Frauen zu einer zusätzlichen Erkrankung.[3] Ob sie passt, klären Sie in der frauenärztlichen Praxis.[4]
Was ist eine Hormonersatztherapie?
Eine Hormonersatztherapie gibt dem Körper die Hormone, die er in den Wechseljahren weniger bildet: Östrogen und, wenn die Gebärmutter noch da ist, ein Gestagen.[1] Im Entwurf der neuen deutschen Leitlinie heißt sie menopausale Hormontherapie, kurz MHT.[5]
Das Gestagen schützt die Gebärmutterschleimhaut vor Krebs.[1] Östrogen allein soll deshalb nur bei Frauen eingesetzt werden, deren Gebärmutter entfernt wurde. Eine kombinierte Therapie soll das Gestagen an mindestens 12, besser 14 Tagen im Monat enthalten.[5]
Als Östrogen wird meist Östradiol eingesetzt, also das Östrogen, das auch die Eierstöcke bilden. Östriol wird vor allem in der Scheide angewendet.[6] Als Gestagen hält der Entwurf der Leitlinie mikronisiertes Progesteron oder Dydrogesteron mit Blick auf die Gefäße für geeignet.[5]
Solange noch Perioden kommen, wird das Gestagen meist nur an 10 bis 14 Tagen im Zyklus genommen, danach folgt eine Blutung. Nach der Menopause werden beide Hormone meist täglich ohne Pause genommen.[1]
Welche Formen der Hormontherapie gibt es?
Östrogen gibt es als Tablette, Pflaster, Gel und Spray, das Gestagen als Tablette, Kapsel oder Hormonspirale. Beides lässt sich kombinieren, es gibt auch Präparate mit beiden Hormonen.[1]
| Form | So wird sie angewendet | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Tablette | Einmal täglich, mit Östrogen allein oder mit beiden Hormonen.[1] | Das Risiko für Thrombosen und Schlaganfall ist höher als mit Pflaster, Gel oder Spray.[5][1] |
| Pflaster | Auf die Haut am Unterkörper geklebt, Wechsel alle paar Tage.[1] | Gibt die Hormone nach und nach in kleinen Mengen ab.[1] |
| Gel, Spray | Einmal täglich auf die Haut. Enthält nur Östrogen.[1] | Mit Gebärmutter ist zusätzlich ein Gestagen nötig.[1] |
| Hormonspirale | Gibt bis zu 5 Jahre lang Gestagen in der Gebärmutter ab.[1] | Verhütet zugleich. Das Östrogen kommt als Tablette, Pflaster, Gel oder Spray dazu.[1] |
| In der Scheide | Östrogen als Creme, Gel, Zäpfchen, Tablette oder Ring.[1] | Hilft vor allem bei Trockenheit und Schmerzen beim Sex, nicht gegen Hitzewallungen.[1] In der großen Brustkrebs-Auswertung ohne erhöhtes Risiko.[3] |
Für wen ist eine Hormontherapie gedacht?
Vor allem für Frauen mit Hitzewallungen. Ihnen soll laut Entwurf der neuen Leitlinie eine Hormontherapie angeboten werden, in der Perimenopause wie nach der Menopause, wenn nichts dagegen spricht und sie über Nutzen und Risiken aufgeklärt wurden, kurzfristig bis 5 Jahre und langfristig.[5]
Der Entwurf nennt weitere Situationen, in denen sie infrage kommen kann:
- Schlafstörungen, die in den Wechseljahren neu aufgetreten sind, wenn andere Ursachen ausgeschlossen sind.[5]
- Neue Gelenkbeschwerden, wenn Hinweise auf eine hormonelle Ursache bestehen.[5]
- Gedrückte Stimmung, die mit der Perimenopause begann und keine Depression im ärztlichen Sinn ist.[5]
- Trockene, dünne Scheidenschleimhaut: Hier sollte Östrogen in der Scheide angeboten werden.[5]
- Wechseljahre vor dem 40. Geburtstag: Dann wird eine Hormontherapie bis zum Alter von etwa 50 bis 52 Jahren empfohlen.[5]
Nicht gedacht ist sie zur Vorbeugung: Gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist sie ungeeignet, und zur Vorbeugung von Demenz wird sie nicht empfohlen.[5]
Auch der Zeitpunkt zählt. Für Frauen unter 60 oder in den ersten 10 Jahren nach der Menopause fällt die Abwägung von Nutzen und Risiko laut der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft günstig aus. Wer später beginnt, hat ein höheres absolutes Risiko für Herzkrankheit, Schlaganfall, Thrombose und Demenz.[2]
Wie gut hilft eine Hormontherapie?
Gegen Hitzewallungen und gegen Beschwerden an Scheide und Blase ist sie die wirksamste Behandlung. Außerdem beugt sie Knochenschwund und Knochenbrüchen vor.[2]
Für den Schutz der Knochen gibt es laut Entwurf der Leitlinie bei Östrogen und Gestagen die besten Daten, auch bei Frauen ohne erhöhtes Bruchrisiko. Der Schutz hält nach dem Absetzen noch einige Zeit an.[5] In der US-Studie WHI kamen mit Hormontherapie insgesamt etwa ein Viertel weniger Knochenbrüche vor als mit einem Scheinmittel.[7]
Die Beschwerden bessern sich meist nach einigen Tagen oder Wochen. Nach etwa 3 Monaten wird in der Regel geprüft, wie die Behandlung wirkt.[8]
Welche Risiken hat eine Hormonersatztherapie?
Die Risiken hängen von Art, Dosis, Dauer und Form der Hormontherapie ab und davon, in welchem Alter sie beginnt.[2] Die bekanntesten Zahlen stammen aus der US-Studie WHI. Sie wurde 2002 vorzeitig beendet, weil die Risiken den Nutzen überwogen.[7]
| Was sich ändert | Pro 10.000 Frauen und Jahr |
|---|---|
| Herzinfarkt und Tod durch Herzkrankheit | 7 mehr[7] |
| Schlaganfall | 8 mehr[7] |
| Lungenembolie | 8 mehr[7] |
| Brustkrebs | 8 mehr[7] |
| Darmkrebs | 6 weniger[7] |
| Hüftbrüche | 5 weniger[7] |
| Todesfälle insgesamt | kein Unterschied[7] |
Die WHI prüfte nur ein einziges Präparat als Tablette.[7] Wie groß das Risiko für eine einzelne Frau ist, hängt von Alter, Hormon und Form ab.[2] Zum Brustkrebs gibt es eine noch größere Auswertung von Studien aus aller Welt:
| 5 Jahre Hormontherapie ab 50 | Zusätzliche Brustkrebsfälle bis zum Alter von 69 |
|---|---|
| Östrogen mit täglichem Gestagen | etwa 1 von 50 Frauen[3] |
| Östrogen mit Gestagen an einem Teil der Tage | etwa 1 von 70 Frauen[3] |
| Östrogen allein | etwa 1 von 200 Frauen[3] |
| Östrogen in der Scheide | kein erhöhtes Risiko gefunden[3] |
Das Risiko steigt mit der Dauer der Einnahme. Nach dem Absetzen bleibt es zum Teil über 10 Jahre erhöht, nach weniger als 1 Jahr Hormontherapie nur wenig.[3] Der Entwurf der neuen Leitlinie fasst zusammen: Frauen sollen darüber aufgeklärt werden, dass eine Hormontherapie das Brustkrebsrisiko gering erhöhen kann.[5]
Weitere Risiken laut Entwurf der Leitlinie:
- Thrombose und Schlaganfall: Das Risiko ist mit Östrogen-Tabletten deutlich höher als mit Pflaster, Gel oder Spray. Es hängt von der Dosis ab und ist in den ersten Jahren nach der Menopause vermutlich niedriger als später.[5]
- Eierstockkrebs: Pro 1.000 Frauen mit Hormontherapie wurde über 5 Jahre ein zusätzlicher Fall errechnet.[5]
- Gebärmutterkrebs: Östrogen allein erhöht bei erhaltener Gebärmutter das Risiko. Deshalb gehört dann immer ein Gestagen dazu.[5][1]
Welche Nebenwirkungen hat eine Hormonersatztherapie?
Zu Beginn können Brustspannen, Übelkeit und Schmierblutungen auftreten.[9] Der britische Gesundheitsdienst nennt diese möglichen Nebenwirkungen:[10]
| Hormon | Mögliche Nebenwirkungen |
|---|---|
| Östrogen | Kopfschmerzen, Brustschmerzen oder Brustspannen, unerwartete Blutungen oder Schmierblutungen, Übelkeit, Stimmungsveränderungen bis hin zu gedrückter Stimmung, Wadenkrämpfe, leichter Ausschlag oder Juckreiz, Durchfall, Haarausfall[10] |
| Gestagen | Veränderte Blutungen oder Schmierblutungen, Kopfschmerzen, Brustspannen, Übelkeit, Durchfall, Müdigkeit oder Schwindel, Stimmungsveränderungen bis hin zu gedrückter Stimmung, Ausschlag oder juckende Haut, Akne[10] |
Oft gehen die Nebenwirkungen nach einigen Wochen zurück, unregelmäßige Blutungen legen sich meist innerhalb von 6 Monaten. Der britische Gesundheitsdienst rät, die Behandlung möglichst mindestens 3 Monate fortzusetzen. Sind die Nebenwirkungen stark oder halten sie länger als 3 Monate an, sprechen Sie mit Ihrer Praxis.[10]
Eine häufige Sorge ist die Gewichtszunahme. Eine ältere Cochrane-Auswertung von 22 Studien fand dafür keinen Beleg: Frauen mit Hormontherapie nahmen nicht mehr zu als Frauen ohne.[11]
Hormongel oder Tablette: Was ist der Unterschied?
Der wichtigste Unterschied ist das Risiko für Blutgerinnsel. Laut Entwurf der neuen Leitlinie ist das Risiko für Thrombose und Schlaganfall mit Östrogen-Tabletten deutlich höher als mit Pflaster, Gel oder Spray.[5] Der britische Gesundheitsdienst betont, dass das Risiko insgesamt auch mit Tabletten klein ist.[1]
Bei starkem Übergewicht empfiehlt der Entwurf die niedrigste wirksame Dosis und bevorzugt Formen über die Haut.[5] Ein Hormongel enthält nur Östrogen. Wer eine Gebärmutter hat, braucht zusätzlich ein Gestagen, etwa als Tablette, Kapsel oder Hormonspirale.[1]
Vor Brustkrebs schützt die Form nicht: In der großen Auswertung war jede Art der Hormontherapie mit einem höheren Brustkrebsrisiko verbunden, nur Östrogen in der Scheide nicht.[3]
Wer sollte keine Hormontherapie nehmen?
Eine Hormontherapie ist nicht für jede Frau geeignet. Gegen eine Hormontherapie sprechen vor allem:
- Brustkrebs, Eierstockkrebs oder Gebärmutterkrebs, auch in der Vorgeschichte.[8] Nach Brustkrebs soll keine Hormontherapie für den ganzen Körper erfolgen, nur im Einzelfall, wenn andere Mittel versagt haben.[5]
- Eine Thrombose, eine Lungenembolie, ein Herzinfarkt oder ein Schlaganfall in der Vorgeschichte.[5]
- Ein hoher Blutdruck, der nicht gut eingestellt ist.[8]
- Eine akute Lebererkrankung mit deutlich erhöhten Leberwerten.[5]
- Eine Schwangerschaft.[8]
Vor einer Östrogentherapie sollen Risikofaktoren für Herz und Gefäße wie Rauchen, hoher Blutdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette und starkes Übergewicht abgeklärt und, wenn nötig, behandelt werden. Hinweise auf ein erhöhtes Thromboserisiko sollen berücksichtigt werden.[5]
Wie lange darf man eine Hormonersatztherapie machen?
Eine feste Höchstdauer gibt es nicht. Üblich ist eine Kontrolle einmal im Jahr.[12] Dabei werden Nutzen und Risiken neu abgewogen.[2]
Eine längere Behandlung sollte laut der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft einen klaren Grund haben, etwa anhaltende Hitzewallungen, und regelmäßig überprüft werden.[2] Das Brustkrebsrisiko steigt mit der Dauer.[3] Östrogen in der Scheide gegen Trockenheit können Sie so lange anwenden, wie Sie es brauchen.[12]
Sie können eine Hormontherapie sofort beenden. Empfohlen wird meist, die Dosis über 3 bis 6 Monate zu verringern. Die Beschwerden können für kurze Zeit zurückkommen.[12]
Welche Mittel ohne Hormone helfen gegen Hitzewallungen?
Es gibt Arzneimittel und Verfahren ohne Hormone, mit unterschiedlich guter Studienlage. Sie sind vor allem für Frauen wichtig, die keine Hormontherapie nehmen können oder möchten.[13]
Fezolinetant (Veoza) ist seit 7. Dezember 2023 in der EU zugelassen, gegen mittelstarke bis starke Hitzewallungen in den Wechseljahren, nur auf Rezept.[14] In der Studie SKYLIGHT 1 mit 527 Frauen zwischen 40 und 65 Jahren, die im Mittel mindestens 7 mittelstarke bis starke Hitzewallungen am Tag hatten, kamen Hitzewallungen nach 4 und 12 Wochen seltener und schwächer vor als mit einem Scheinmittel. Finanziert hat die Studie der Hersteller.[15] Bei Fezolinetant müssen die Leberwerte vor Beginn und in den ersten 3 Monaten monatlich geprüft werden.[16]
Elinzanetant (Lynkuet) ist seit 17. November 2025 zugelassen, gegen mittelstarke bis starke Hitzewallungen in den Wechseljahren oder durch eine Antihormontherapie nach Brustkrebs, ebenfalls nur auf Rezept.[17]
Laut Entwurf der neuen Leitlinie können beide Mittel Frauen nach der Menopause angeboten werden.[5] Für Frauen in der Perimenopause ohne Brustkrebs-Behandlung gibt es noch keine veröffentlichten Ergebnisse. Bei einer akuten Lebererkrankung mit deutlich erhöhten Leberwerten darf Fezolinetant nicht eingesetzt werden.[5]
Weitere Möglichkeiten ohne Hormone, auch pflanzliche, zeigt die Übersicht im nächsten Abschnitt.
Hormonersatztherapie oder pflanzlich?
Pflanzliche Mittel sind keine Hormontherapie, und ihre Studienlage ist deutlich schwächer. Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft empfiehlt Nahrungsergänzungsmittel und Pflanzenmittel gegen Hitzewallungen nicht.[13] Der Entwurf der neuen deutschen Leitlinie hält Isoflavone und Traubensilberkerze dagegen für möglich, mit einer offenen Empfehlung.[5]
| Was | Was Studien und Leitlinien sagen | Wichtig zu wissen |
|---|---|---|
| Hormontherapie | Wirksamste Behandlung von Hitzewallungen.[2] Soll laut Entwurf angeboten werden, wenn nichts dagegen spricht.[5] | Risiken siehe oben |
| Fezolinetant, Elinzanetant | Mit Fezolinetant seltenere und schwächere Hitzewallungen als mit einem Scheinmittel.[15] Laut Entwurf nach der Menopause möglich.[5] | Nur auf Rezept[14][17], bei Fezolinetant mit Lebertests vor und während der Behandlung[16] |
| Antidepressiva (SSRI) | Laut Entwurf möglich bei Hitzewallungen und Schlafstörungen, nicht als erste Wahl.[5] | Von der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft empfohlen[13] |
| Gabapentin | Sollte laut Entwurf nach der Menopause nicht gegen Hitzewallungen angeboten werden.[5] | Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft sieht das anders[13] |
| Verhaltenstherapie | Kognitive Verhaltenstherapie: mit guter Studienlage empfohlen.[13] Laut Entwurf möglich bei Hitzewallungen nach der Menopause und bei Schlafstörungen.[5] | Ohne Medikamente |
| Yoga, Qi Gong | Laut Entwurf möglich bei Hitzewallungen und seelischen Beschwerden.[5] | Gegen Hitzewallungen von der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft nicht empfohlen[13] |
| Isoflavone aus Soja und Rotklee | Auswertung von 43 Studien mit 4.364 Frauen: kein schlüssiger Beleg.[18] Laut Entwurf möglich, 30 bis 126 mg am Tag.[5] | Keine Daten zur Sicherheit bei Krebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte[19] |
| Traubensilberkerze | Auswertung von 16 Studien mit 2.027 Frauen: kein Unterschied zu einem Scheinmittel bei der Zahl der Hitzewallungen. In direkten Vergleichen wirkte die Hormontherapie stärker.[20] Laut Entwurf möglich.[5] | Bei Zeichen eines Leberschadens sofort absetzen[21] |
| Rhapontikrhabarber | Ein bestimmter Trockenextrakt ist laut Entwurf in der Perimenopause möglich.[5] | Nur 67 % Zustimmung in der Leitliniengruppe[5] |
| Andere Pflanzenmittel | Von der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft nicht empfohlen.[13] | Nutzen laut gesund.bund.de nicht belegt[9] |
Pflanzliche Mittel ersetzen keine Hormontherapie. Dass Mittel ohne Hormone vor Knochenbrüchen schützen, ist nicht nachgewiesen, darauf sollte in der Beratung hingewiesen werden.[5] Wer pflanzliche Mittel zusätzlich zu Medikamenten nehmen möchte, sollte das ärztlich besprechen, denn Wechselwirkungen sind möglich.[23]
Wie bereite ich das Gespräch in der Praxis vor?
Ob eine Hormontherapie für Sie passt, wird in der frauenärztlichen Praxis abgewogen.[4] Diese Punkte helfen beim Termin:
- Welche Beschwerden belasten Sie am meisten, seit wann und wie oft?
- Gab es bei Ihnen oder in der Familie Thrombosen, Schlaganfälle, Herzinfarkte oder Brustkrebs?[5]
- Rauchen Sie, haben Sie hohen Blutdruck, Diabetes, erhöhte Blutfette oder starkes Übergewicht?[5]
- Welche Medikamente nehmen Sie, auch pflanzliche Mittel? Wechselwirkungen sollten beachtet werden.[5]
- Brauchen Sie noch eine Verhütung? Eine Hormontherapie verhütet nicht.[8]
- Welche Form wünschen Sie sich: Tablette, Pflaster, Gel, Spray oder Hormonspirale?[1]
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Wie sich Harmony Balance in Zusammensetzung, Menge und Preis von anderen pflanzlichen Präparaten unterscheidet, zeigt unser Test von 6 Wechseljahre-Präparaten.
Häufige Fragen zur Hormonersatztherapie
Ab welchem Alter ist eine Hormonersatztherapie sinnvoll?
Entscheidend sind vor allem die Beschwerden. Frauen mit Hitzewallungen soll laut Entwurf der neuen Leitlinie eine Hormontherapie angeboten werden, in der Perimenopause wie nach der Menopause. Am günstigsten ist das Verhältnis von Nutzen und Risiko für Frauen unter 60 oder in den ersten 10 Jahren nach der Menopause. Bei Wechseljahren vor 40 wird sie bis zum Alter von etwa 50 bis 52 Jahren empfohlen.
Macht eine Hormonersatztherapie dick?
Nach den vorliegenden Studien nicht. Eine Cochrane-Auswertung von 22 Studien fand weder mit Östrogen allein noch mit Östrogen und Gestagen eine zusätzliche Gewichtszunahme im Vergleich zu Frauen ohne Hormontherapie. Dass viele Frauen in den Wechseljahren zunehmen, hat mit der Lebensphase zu tun, nicht mit der Behandlung.
Ist eine Hormontherapie gleichzeitig eine Verhütung?
Nein. Auch mit einer Hormontherapie können Sie schwanger werden. Der britische Gesundheitsdienst rät, unter 50 Jahren noch 2 Jahre nach der letzten Periode zu verhüten, ab 50 Jahren noch 1 Jahr. Eine Ausnahme ist die Hormonspirale, die als Gestagen-Teil der Hormontherapie dienen kann und zugleich verhütet.
Erhöht ein Hormongel das Brustkrebsrisiko?
In der großen weltweiten Auswertung war jede Art der Hormontherapie mit einem etwas höheren Brustkrebsrisiko verbunden, nur Östrogen in der Scheide nicht. Ein Gel schützt also nicht vor diesem Risiko. Sein Vorteil liegt woanders: Das Risiko für Thrombosen und Schlaganfall ist mit Gel, Pflaster oder Spray niedriger als mit Tabletten.
Schützt eine Hormontherapie vor Herzinfarkt oder Demenz?
Nein. Zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist eine Hormontherapie laut Entwurf der neuen Leitlinie nicht geeignet, und zur Vorbeugung von Demenz wird sie nicht empfohlen. Gut belegt ist dagegen der Schutz vor Knochenschwund und Knochenbrüchen.
Wie schnell wirkt eine Hormonersatztherapie?
Die Beschwerden bessern sich meist nach einigen Tagen oder Wochen. Nach etwa 3 Monaten wird in der Praxis in der Regel geprüft, wie gut die Behandlung wirkt und ob Nebenwirkungen auftreten. Nebenwirkungen wie Brustspannen oder Schmierblutungen gehen oft nach einigen Wochen zurück.
Was passiert, wenn ich die Hormontherapie absetze?
Die Beschwerden können für kurze Zeit zurückkommen. Sie können sofort aufhören, empfohlen wird aber meist, die Dosis über 3 bis 6 Monate langsam zu verringern. Halten die Beschwerden danach länger als 3 Monate an, sprechen Sie mit Ihrer Praxis.
Wie heißt das neue Medikament gegen Wechseljahresbeschwerden?
Gemeint sind meist Fezolinetant (Veoza), in der EU seit Dezember 2023 zugelassen, und Elinzanetant (Lynkuet), zugelassen seit November 2025. Beide sind Arzneimittel ohne Hormone gegen mittelstarke bis starke Hitzewallungen und nur auf Rezept erhältlich. Bei Fezolinetant müssen vor und während der Behandlung die Leberwerte geprüft werden. Ob die Mittel für Sie infrage kommen, klären Sie in der frauenärztlichen Praxis.
Quellen
- National Health Service (NHS, Großbritannien): Types of hormone replacement therapy (HRT), zuletzt geprüft am 09.03.2023. Quelle öffnen
- The 2022 Hormone Therapy Position Statement of The North American Menopause Society Advisory Panel. The 2022 hormone therapy position statement of The North American Menopause Society. Menopause. 2022;29(7):767‑794. Quelle öffnen
- Collaborative Group on Hormonal Factors in Breast Cancer. Type and timing of menopausal hormone therapy and breast cancer risk: individual participant meta-analysis of the worldwide epidemiological evidence. Lancet. 2019;394(10204):1159‑1168. Gemeinsame Auswertung von Beobachtungsstudien mit 108.647 Frauen mit Brustkrebs. Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Österreichische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG): S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen. AWMF-Registernummer 015‑062, Fassung September 2020, eine Neufassung ist in der Konsultation (Stand Oktober 2026). Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Kurzfassung 2026, Konsultationsfassung (Stand des Leitlinienreports 25.05.2026). Die Empfehlungen sind ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Langfassung 2026, Konsultationsfassung. Der Text ist ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
- Rossouw JE, Anderson GL, Prentice RL, LaCroix AZ, Kooperberg C, Stefanick ML et al. Risks and benefits of estrogen plus progestin in healthy postmenopausal women: principal results from the Women’s Health Initiative randomized controlled trial. JAMA. 2002;288(3):321‑333. US-Studie WHI mit 16.608 Frauen. Quelle öffnen
- NHS: About hormone replacement therapy (HRT), zuletzt geprüft am 07.02.2023. Quelle öffnen
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Stand: 21. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.