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Wechseljahre

Östrogenmangel: Symptome, Ursachen und was hilft

Kurz gesagt

Östrogenmangel heißt, dass die Eierstöcke weniger Östradiol bilden, meist im natürlichen Übergang der Wechseljahre. Typisch sind Hitzewallungen, die etwa jede zweite Frau in der Perimenopause hat,⁠[1] und eine trockene Scheide: Nach der Menopause betrifft das 50 bis 70 % der Frauen zumindest teilweise.⁠[2] Vor dem 40. Geburtstag gehört ein Östrogenmangel ärztlich abgeklärt.

Was ist Östrogenmangel?

Von Östrogenmangel spricht man, wenn der Körper deutlich weniger Östrogen bildet als in den fruchtbaren Jahren. In den Wechseljahren ist das der normale Verlauf, denn die Wechseljahre sind ein natürlicher Lebensabschnitt und keine Krankheit.⁠[3] Nach der Menopause bleiben die Östradiolwerte dauerhaft niedrig.⁠[2] Der sinkende Östradiolspiegel ist laut der deutschen Leitlinie die Hauptursache der typischen Beschwerden wie Hitzewallungen.⁠[1]

Östrogene sind Geschlechtshormone, die vor allem in den Eierstöcken gebildet werden. Sie steuern den Zyklus und die Reifung der Eizellen und stärken unter anderem das Unterhautfettgewebe und die Knochen. In den Wechseljahren fällt die Bildung nach und nach ab.⁠[4] Mit „Östrogen“ sind drei Hormone gemeint:

HormonWoher es kommt und was es tut
ÖstradiolDas stärkste Östrogen, gebildet in den Eierstöcken. Es sinkt in den Wechseljahren und bleibt nach der Menopause dauerhaft niedrig.⁠[2] In Arzneimitteln zur Hormontherapie wird vor allem Östradiol eingesetzt.⁠[2]
ÖstronEin schwaches Östrogen mit etwa 4 % der Wirkung von Östradiol. Es dient vermutlich als Speicher, aus dem der Körper wieder Östradiol bilden kann.⁠[2]
ÖstriolAußerhalb der Schwangerschaft nur in sehr kleinen Mengen im Blut, mit etwa 10 % der Wirkung von Östradiol. Als Arzneimittel wird es meist in der Scheide angewendet.⁠[2]
Nach der Menopause stammt Östrogen vor allem aus dem Unterhautfettgewebe, wo es aus männlichen Hormonen (Androgenen) gebildet wird.

In den Wechseljahren wird ein Östrogenmangel deshalb vor allem dann behandelt, wenn er Beschwerden macht. Kommt er ungewöhnlich früh, vor dem 40. Geburtstag, wird dagegen in der Regel eine Hormontherapie empfohlen.⁠[5]

Was sind die Ursachen von Östrogenmangel?

Die häufigste Ursache ist die natürliche Umstellung in den Wechseljahren. Daneben gibt es Ursachen, bei denen die Eierstöcke zu früh aufhören zu arbeiten oder vorübergehend gebremst werden.

UrsacheWas dahintersteckt
WechseljahreDie Eierstöcke stellen ihre Arbeit nach und nach ein, nach der Menopause bleiben Östradiol und Progesteron dauerhaft niedrig.⁠[2] Das betrifft jede Frau. Die letzte Periode kommt im Schnitt mit 51 Jahren.⁠[6]
Wechseljahre vor 40Fachbegriff vorzeitige Ovarialinsuffizienz: Die Eierstöcke hören vor dem 40. Geburtstag auf zu arbeiten. Das betrifft weltweit etwa 3,5 % der Frauen.⁠[7] Ursachen sind zum Beispiel Erbanlagen, Autoimmunerkrankungen oder eine Behandlung. In 70 bis 90 % der Fälle bleibt die Ursache unbekannt.⁠[2]
Eierstöcke entferntWerden beide Eierstöcke entfernt, beginnt die Postmenopause sofort. Viele Frauen haben in den ersten 3 Monaten Beschwerden.⁠[2]
KrebsbehandlungChemotherapie und Bestrahlung können die Arbeit der Eierstöcke vorzeitig beenden, ebenso Operationen an den Eierstöcken.⁠[2]
MedikamenteGnRH-Analoga unterdrücken die Arbeit der Eierstöcke, solange sie gegeben werden. Aromatasehemmer, etwa bei Brustkrebs, bremsen nach der Menopause die Bildung von Östrogen im Fettgewebe.⁠[2]
Untergewicht, viel Sport, StressBei Essstörungen, sehr viel Sport oder starker seelischer Belastung gibt das Gehirn den Eierstöcken weniger Signale. Der Eisprung bleibt aus, der Östrogenspiegel sinkt. Das ist in den fruchtbaren Jahren eine der häufigsten Ursachen, wenn die Periode ausbleibt.⁠[8] Zu den Folgen gehört Knochenschwund.⁠[9]
StillzeitDas Hormon Prolaktin bremst beim Stillen die Eierstöcke. Der Östradiolspiegel kann vorübergehend niedrig bleiben, vor allem solange die Periode ausbleibt.⁠[10]
Auch hormonelle Verhütungsmittel und manche Antidepressiva können laut dem britischen Gesundheitsdienst eine trockene Scheide begünstigen.⁠[11]

Welche Symptome hat Östrogenmangel?

Die bekanntesten Zeichen sind Hitzewallungen und eine trockene Scheide. Östrogen wirkt aber in vielen Geweben, deshalb kann ein Mangel auch Blase, Schlaf, Haut, Knochen und Gefäße betreffen.

BereichTypische ZeichenWie häufig, was bekannt ist
Hitzewallungen, NachtschweißPlötzliche Hitze in Gesicht, Hals und Brust, oft mit Schwitzen und Herzklopfen.⁠[12]Etwa jede zweite Frau in der Perimenopause, vorher schon 14 bis 51 %.⁠[1]
Scheide und VulvaTrockenheit, Jucken, Brennen, Schmerzen beim Sex, Blutungen nach dem Sex.⁠[2]50 bis 70 % der Frauen nach der Menopause zumindest teilweise.⁠[2] Die Nordamerikanische Menopause-Gesellschaft nennt 27 bis 84 %.⁠[13]
BlaseHäufiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen, öfter Blasenentzündungen, ungewollter Urinverlust.⁠[12]Gehört zusammen mit den Beschwerden an Scheide und Vulva zum Genito-urinären Syndrom der Menopause.⁠[2]
SchlafEinschlafen oder Durchschlafen fällt schwer, oft wegen Nachtschweiß.⁠[12]Folgen am Tag sind Müdigkeit, Reizbarkeit und Stress.⁠[12]
Haut und HaareTrockene, juckende Haut, dünner werdendes Haar.⁠[12]Östrogen stärkt das Unterhautfettgewebe.⁠[4]
Muskeln und GelenkeSchmerzen in Muskeln und Gelenken.⁠[12]Über 70 % der Frauen in den Wechseljahren berichten von solchen Beschwerden.⁠[2]
KnochenDie Knochendichte sinkt, vor allem an der Lendenwirbelsäule.⁠[5]In 10 Jahren rund um die letzte Periode verloren Frauen im Mittel 10,6 % Knochendichte an der Lendenwirbelsäule, am stärksten von 1 Jahr davor bis 2 Jahre danach.⁠[14]
Herz und GefäßeKörperfett, Blutfette und Gefäßwerte verändern sich ungünstig.⁠[15]Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt nach der Menopause deutlich.⁠[15]
Nicht jede Beschwerde in diesem Alter kommt vom Östrogen. Ähnliche Zeichen machen zum Beispiel Schilddrüsenstörungen, Depressionen oder Herzerkrankungen.

Der Entwurf der neuen Leitlinie weist darauf hin: Bessern sich die Beschwerden unter einer Hormontherapie nicht, sollen andere Ursachen wie eine Schilddrüsenstörung, eine Depression oder eine Herzerkrankung geprüft werden.⁠[5] Ob Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit und Konzentrationsprobleme vom Östrogen kommen, ist laut Leitlinie nicht geklärt.⁠[1]

Kann Östrogenmangel zu Juckreiz führen?

Ja, vor allem im Intimbereich. Wird die Schleimhaut von Scheide und Vulva dünner und trockener, kann sie jucken, brennen oder gereizt sein.⁠[2]⁠[11] Auch trockene, juckende Haut am Körper zählt zu den möglichen Zeichen der Wechseljahre.⁠[12]

Gegen Juckreiz und Trockenheit im Intimbereich hilft oft schon ein Gleitgel auf Wasserbasis, eine Feuchtigkeitscreme für die Scheide und der Verzicht auf parfümierte Seifen und Duschgels.⁠[11] Gehen Sie in die Praxis, wenn das nach einigen Wochen nicht reicht, wenn Sie ungewöhnlichen Ausfluss haben oder wenn Sie nach dem Sex, zwischen den Perioden oder nach der Menopause bluten.⁠[11]

Wie stellt man einen Östrogenmangel fest?

Ab 45 Jahren meist ohne Bluttest: Die Leitlinie empfiehlt, die Wechseljahre in diesem Alter an Zyklus und Beschwerden festzustellen.⁠[1] Kommt bei einer Frau über 45 Jahren 12 Monate lang keine Periode, ist die Postmenopause wahrscheinlich.⁠[5]

Ein einzelner Hormonwert sagt in den Wechseljahren wenig. In der späten Perimenopause schwanken die Werte stark, zeitweise ist Östradiol sogar erhöht.⁠[2] Einen Hormontest können Sie beim Frauenarzt machen lassen, laut gesund.bund.de hilft er aber nicht bei der Entscheidung über eine Behandlung und zeigt nicht, ob Sie noch schwanger werden können.⁠[6]

SituationWas laut Leitlinie sinnvoll ist
Ab 45, Zyklus verändert sichFeststellung an Zyklus und Beschwerden, kein Bluttest nötig.⁠[1]
Kein verwertbares Blutungsmuster, etwa mit Hormonspirale oder nach Entfernung der Gebärmutter⁠[2]FSH und Anti-Müller-Hormon (AMH) können laut Entwurf der neuen Leitlinie helfen, im Zweifel auch Östradiol.⁠[5]
Unter 40, Periode wird unregelmäßig oder bleibt ausAbklärung einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz: Zyklusstörungen seit mindestens 4 Monaten und ein FSH-⁠Wert über 25 IU/l, bei Unsicherheit eine zweite Messung nach 4 bis 6 Wochen.⁠[5]
Jedes Labor hat eigene Referenzbereiche. Werte bitte immer zusammen mit der frauenärztlichen Praxis einordnen.

Wann sollte ich mit Östrogenmangel zum Arzt?

Gehen Sie in die frauenärztliche Praxis, wenn die Beschwerden Ihren Alltag einschränken oder wenn eines dieser Zeichen auftritt:

Was hilft bei Östrogenmangel?

Das hängt davon ab, welche Beschwerden Sie haben. Gegen Hitzewallungen ist die Hormontherapie am wirksamsten, gegen eine trockene Scheide reichen oft lokale Mittel. Ob eine Hormontherapie für Sie infrage kommt, wird in der frauenärztlichen Praxis nach Nutzen und Risiken abgewogen.⁠[16]

WasWobei und was die Leitlinie sagt
HormontherapieÖstrogen, bei erhaltener Gebärmutter zusammen mit einem Gestagen.⁠[5] Soll Frauen mit Hitzewallungen ohne Gegenanzeigen angeboten werden, nachdem sie über Nutzen und Risiken aufgeklärt wurden.⁠[5] Für den Schutz vor Knochenschwund gibt es die besten Daten.⁠[5] Mehr dazu unter Hormonersatztherapie.
Vaginales ÖstrogenAls Creme, Zäpfchen oder Ring. Sollte bei trockener, dünner Scheidenschleimhaut angeboten werden und wird auch bei Harninkontinenz mit überaktiver Blase empfohlen, ebenso bei wiederkehrenden Blasenentzündungen, bevor eine Langzeitbehandlung mit Antibiotika beginnt.⁠[5]
Gleitgel und CremesGleitgel, Feuchtigkeitscremes und Zäpfchen mit Hyaluronsäure gibt es ohne Rezept. Bei leichten Beschwerden reichen sie laut der Nordamerikanischen Menopause-Gesellschaft meist aus.⁠[13]⁠[2]
Ospemifen, DHEAArzneimittel für Frauen, für die vaginales Östrogen nicht infrage kommt (Ospemifen, eine Tablette) oder die es nicht möchten (DHEA, in der Scheide).⁠[5]
Fezolinetant, ElinzanetantArzneimittel ohne Hormone gegen Hitzewallungen. Können laut Entwurf der neuen Leitlinie Frauen nach der Menopause angeboten werden.⁠[5]
BewegungRegelmäßig, mit Kraftübungen. Wirkt günstig auf Herz, Kreislauf und Knochen.⁠[6]⁠[17]
LebensstilAusgewogen essen, feste Schlafzeiten, wenig Alkohol, nicht rauchen: Empfehlungen des britischen Gesundheitsdienstes für die Wechseljahre.⁠[17]

Bei einer vorzeitigen Ovarialinsuffizienz ist die Lage anders: Hier wird eine Hormontherapie bis zum durchschnittlichen Alter der natürlichen Menopause von 50 bis 52 Jahren empfohlen, sofern nichts dagegen spricht.⁠[5]

Östrogen pflanzlich: Was können Phytoöstrogene?

Als Phytoöstrogene werden bestimmte Pflanzenstoffe bezeichnet, vor allem die Isoflavone aus Soja und Rotklee.⁠[18] Sie sind kein Östrogen, und ihre Wirkung auf Hitzewallungen ist nicht schlüssig belegt.⁠[18]

Der Entwurf der neuen deutschen Leitlinie hält Isoflavone trotzdem für möglich: Frauen mit Hitzewallungen können Mengen von mindestens 30 und höchstens 126 mg am Tag angeboten werden.⁠[5] Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit fand keinen Hinweis, dass Isoflavone in üblichen Mengen aus Nahrungsergänzungsmitteln Frauen nach der Menopause schaden. Untersucht waren Brust, Gebärmutter und Schilddrüse über 3 Monate bis knapp 1 Jahr. Für Frauen in der Perimenopause und für Frauen mit Krebs in der eigenen oder familiären Vorgeschichte fehlen Daten.⁠[19]

PflanzeWas Studien zeigenEinordnung
Isoflavone aus Soja und RotkleeAuswertung von 43 Studien mit 4.364 Frauen: kein schlüssiger Beleg. In 4 einzeln betrachteten Studien mit mehr als 30 mg Genistein am Tag kamen Hitzewallungen seltener vor.⁠[18]Laut Entwurf der neuen Leitlinie möglich, 30 bis 126 mg am Tag.⁠[5]
Rotklee-Extrakt5 Studien mit demselben Extrakt zusammen ausgewertet: bei der Zahl der Hitzewallungen kein deutlicher Unterschied zu einem Scheinmittel.⁠[18]Rotklee zählt zu den Pflanzen mit Isoflavonen, siehe oben.⁠[18]
TraubensilberkerzeAuswertung von 16 Studien mit 2.027 Frauen, im Mittel 40 mg täglich: bei der Zahl der Hitzewallungen kein Unterschied zu einem Scheinmittel.⁠[20]Als Arzneimittel bei Hitzewallungen und übermäßigem Schwitzen anerkannt. Bei Zeichen eines Leberschadens sofort absetzen.⁠[21]
FenchelStudie mit Vergleichsgruppe bei 90 Frauen nach der Menopause, 8 Wochen lang 2-⁠mal täglich eine Weichkapsel mit 100 mg Fenchel: Der Beschwerde-Wert ging stärker zurück als mit einem Scheinmittel.⁠[22]Kleine Einzelstudie aus einer Stadt (Teheran). Größere Studien fehlen.⁠[22]
Die Ergebnisse gelten für die untersuchten Präparate und Mengen. Sie lassen sich nicht auf andere Präparate oder Kombinationen übertragen.

gesund.bund.de fasst zusammen: Pflanzliche Mittel mit Phytoöstrogenen sind am besten untersucht, ob sie helfen, ist aber unklar.⁠[6] Für Pflanzenstoffe gibt es in der EU keine zugelassene Gesundheitsangabe für Lebensmittel.⁠[23] Pflanzenstoffe ersetzen keine Hormontherapie, und dass sie vor Knochenbrüchen schützen, ist nicht nachgewiesen.⁠[5]

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Nicht für Schwangere und Stillende geeignet.

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Häufige Fragen zum Östrogenmangel

Kann Östrogenmangel zu Juckreiz führen?

Ja. Wenn die Haut von Scheide und Schamlippen dünner und trockener wird, kann sie jucken, brennen oder wund werden. Auch trockene, juckende Haut am Körper gehört zu den möglichen Zeichen der Wechseljahre. Juckreiz mit ungewöhnlichem Ausfluss oder Blutungen sollten Sie aber ärztlich abklären lassen.

Kann man Östrogenmangel im Blut feststellen?

Man kann Östradiol im Blut messen, in den Wechseljahren hilft der Wert aber selten weiter, weil er stark schwankt. Ab 45 Jahren stellt die frauenärztliche Praxis die Wechseljahre in der Regel an Zyklus und Beschwerden fest. Bluttests wie FSH sind vor allem wichtig, wenn die Periode schon vor dem 40. Geburtstag ausbleibt oder kein verwertbares Blutungsmuster vorliegt, etwa mit Hormonspirale.

Kann man mit 40 schon einen Östrogenmangel haben?

Ja. Hören die Eierstöcke vor dem 40. Geburtstag auf zu arbeiten, spricht man von vorzeitiger Ovarialinsuffizienz. Weltweit betrifft das etwa 3,5 % der Frauen. Ist der Zyklus in diesem Alter seit mindestens 4 Monaten gestört, sollte das frauenärztlich abgeklärt werden. Bestätigt sich der Verdacht, wird in der Regel eine Hormontherapie bis zum durchschnittlichen Alter der Menopause von 50 bis 52 Jahren empfohlen.

Welche Lebensmittel enthalten Östrogen?

Soja und Rotklee enthalten Isoflavone, die als Phytoöstrogene bezeichnet werden. Sie sind kein Östrogen, und ihre Wirkung auf Hitzewallungen ist nicht schlüssig belegt. Dass sich ein Östrogenmangel mit bestimmten Lebensmitteln ausgleichen lässt, ist nicht nachgewiesen. Ausgewogenes Essen und Bewegung mit Kraftübungen bleiben trotzdem gut für Herz und Knochen.

Macht Östrogenmangel müde?

Indirekt oft. Hitzewallungen und Nachtschweiß stören den Schlaf, und wer schlecht schläft, ist tagsüber müde und gereizt. Hält die Müdigkeit an, lohnt sich ein Termin, denn auch Blutarmut durch starke Blutungen in der Perimenopause, eine Schilddrüsenstörung oder eine Depression können dahinterstecken.

Kann man in der Stillzeit einen Östrogenmangel haben?

Ja, vorübergehend. Beim Stillen unterdrückt das Hormon Prolaktin die Arbeit der Eierstöcke, der Östradiolspiegel kann dann niedrig bleiben, vor allem solange die Periode ausbleibt. Manche Frauen haben in dieser Zeit eine trockene Scheide oder Schmerzen beim Sex. Gleitgel und Feuchtigkeitscremes helfen oft, bei stärkeren Beschwerden berät die frauenärztliche Praxis.

Gibt es Östrogen pflanzlich?

Nicht als Hormon. Bestimmte Pflanzenstoffe wie die Isoflavone aus Soja und Rotklee heißen Phytoöstrogene. Eine große Auswertung von 43 Studien fand keinen schlüssigen Beleg gegen Hitzewallungen. Laut Entwurf der neuen deutschen Leitlinie können Isoflavone in Mengen von 30 bis 126 mg am Tag angeboten werden. Pflanzenstoffe ersetzen keine Hormontherapie.

Quellen

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  2. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Langfassung 2026, Konsultationsfassung. Der Text ist ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
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  4. gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit: Glossar, Stichwort Östrogen. Abgerufen am 24.10.2026. Quelle öffnen
  5. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): S3-⁠Leitlinie Peri- und Postmenopause, Diagnostik und Interventionen, AWMF-Registernummer 015‑062. Kurzfassung 2026, Konsultationsfassung (Stand des Leitlinienreports 25.05.2026). Die Empfehlungen sind ein Entwurf und noch nicht endgültig verabschiedet. Quelle öffnen
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  9. Gordon CM, Ackerman KE, Berga SL, Kaplan JR, Mastorakos G, Misra M et al. Functional hypothalamic amenorrhea: an Endocrine Society clinical practice guideline. J Clin Endocrinol Metab. 2017;102(5):1413‑1439. Leitlinie der US-⁠Fachgesellschaft für Hormonmedizin. Quelle öffnen
  10. Orozco Fernández R, Gil-⁠Antuñano SP. Genitourinary syndrome of lactation: an underrecognized postpartum condition affecting women’s vulvovaginal, urinary and sexual health. Womens Health (Lond). 2026;22:17455057261490606. Übersichtsarbeit ohne eigene Studiendaten. Quelle öffnen
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  19. Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA): Isoflavones in food supplements for post-menopausal women: no evidence of harm. Mitteilung vom 21.10.2015 zur Risikobewertung, EFSA Journal 2015;13(10):4246. Quelle öffnen
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  21. Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel: Cimicifugae rhizoma (Traubensilberkerzenwurzelstock), Zusammenfassung mit Hinweisen zu Leberschäden. Quelle öffnen
  22. Rahimikian F, Rahimi R, Golzareh P, Bekhradi R, Mehran A. Effect of Foeniculum vulgare Mill. (fennel) on menopausal symptoms in postmenopausal women: a randomized, triple-blind, placebo-controlled trial. Menopause. 2017;24(9):1017‑1021. Quelle öffnen
  23. Verordnung (EU) Nr. 432/2012: Liste zulässiger anderer gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel als Angaben über die Reduzierung eines Krankheitsrisikos sowie die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Quelle öffnen

Stand: 21. Oktober 2026. Wir prüfen die Angaben vierteljährlich.